Freitag, 30. Januar 2015
Gorgast, den 11.Januar 2015

Liebe Freunde, Bekannte und Neugierige,
mittlerweile ist es 111 Tage her, daß wir das erste Mal in unserem neuen Heim übernachteten. Damals noch mit einem ausgeliehenen Transporter um mein von Wieland gebautes Steckbett, Teppiche und einige Plastikbänke, einen Tisch und das allernötigste Kücheninventar, sowie Wasser in Kanistern hierher zu bringen. Der erste Abend hier noch im September und die darauffolgende Nacht und hatten etwas rauschhaftes, sie waren unendlich schön, lang und gleichzeitig viel zu kurz bis wir zurück nach Berlin mussten. Gerührt, voll erregt, überglücklich und fast noch ungläubig nahmen wir Haus und Hof in Besitz, lernten erste Geräusche des Hauses kennen, bewunderten die Graugänse, die sich bereits vereinzelt sammelten und konnten unser Glück kaum fassen.







Kurz darauf kaufte sich Wieland einen eigenen Transporter und wir fuhren mindestens einmal wöchentlich für zwei bis drei Nächte hierher und machten/ bewältigten innerhalb von neun Wochen einen Umzug/ Auszug aus Berlin Frohnau, wo ein ehemaliger Fünf-Personenhaushalt aufgelöst werden musste. In Berlin hatten wir vor allem Hilfe von meinem Sohn Kai, der außerdem regelmäßig Montags Kumpels von sich zum Tragen und Beladen anheuerte. Hier in Gorgast waren wir dann auf uns alleine gestellt, Wieland hat in dieser Zeit mindestens ein Paar Schuhe durchgelaufen. Seit Ende November sind wir hier vollständig angekommen, ein großer Teil von Wielands Sachen ist auch schon hier, doch hat er immer noch ein Zimmer in Pankow in seiner alten Wohnung, die er sich jetzt mit meinem Sohn Kai teilt.



Und hier in Gorgast auf dem Hof hat sich schon einiges getan und ist viel los...,

hier der Versuch einer Chronologie:

Zu unserem Dalmatiner Paul, der sich hier wohlfühlt und das Grundstück genießt, haben sich noch der übernommene Hofhund Florian gesellt, ein fröhlicher Terrier, der nur draußen wohnt und zwei Katzen: Pimpinella, die Hofkatze und Max, der Gartenkater. Allen Hoftieren hat Wieland nette Schlafhäuser gebaut und auch die Spatzen sind nicht zu kurz gekommen und haben eine kleine Futtervilla erhalten. Und Paul hat drei Indoorschlafplätze, da er es draußen bei der Kälte mit seinem kurzen Fell nicht lange aushält.



Mitte November haben wir die Graugänse beobachten und vor allem hören können, die sich gesammelt haben um den Winter woanders zu verbringen. Ein faszinierendes Bild, wenn hunderte von Gänsen über einen hinwegfliegen… und ein Krach, wenn sie sich auf einer weiter entfernten Wiese sammeln… aber wunderschön. Ende November waren dann die Massen von Graugänsen verschwunden…

Zur gleichen Zeit wurde die alte große Linde auf der Gartenseite gefällt, sie war ähnlich betagt, wie die Hofstelle (geschätzte Bauzeit zwischen 1870 und 1890), doch leider war sie zu nahe am Haus gepflanzt worden, so dass sie schon seit Jahren, immer wieder in den Keller wurzelt und damit das Haus/ Fundament bedrohte. Jetzt liegt sie zerteilt im Gemüsegarten und wartet darauf zu trocknen.

Dann legte der Klempner los und hat jetzt alle Anschlüsse im Haus gelegt für Ab- und Zuwasser, die Toilette steht, ein Handwaschbecken hängt, die Anschlüsse für die Badewanne und die Küche sind vorhanden, doch noch fehlt das Wasser und die Klärgrube.

Der Brunnen ist auf 13 Meter Tiefe gebohrt und hat auch schon Wasser gezogen, jetzt muss aber noch die hauseigene Pumpe angeschlossen werden und dann, nach einer Wasseranalyse und nötigenfalls dem Einbau einer Filteranlage, sind wir im Besitz von Trinkwasser.
Alle Gräben für den Brunnen und die Stromleitungen hat Wieland mit einem Minibagger selbst ausgehoben.









Unserer Stromanschluss ist jetzt mit Erdkabel und nicht wie zuvor am Dachgiebel angeschlossen. Wir haben einen neuen Stromzähler und unser alter Sicherungskasten wandert in ein Museum hier in der Gegend.



Unser Schlafzimmer ist unser kuschligster Raum in dem wir als „GGB“ (Großgrundbesitzer) auch residieren, nur leider klappt es mit dem Personal immer noch nicht und wir müssen selber handanlegen beim Heizen oder auch beim Plumpsklo leeren, aber all dieses tut unserem Glück keinen Abbruch. Wir freuen uns jeden Tag von neuem über die Entscheidung für diesen Hof.

Letztens standen 30 Meter von uns entfernt 12 Rehe auf dem Feld und ästen im Sonnenaufgang. Auf den Feldern hinter unserem Weg sitzen zur Zeit Tag für Tag auf den Feldern Dutzende von Schwänen. Regelmäßig fliegen über unser Grundstück mehrere Buckelschwäne.

Es ist immer wie im Paradies, nur nicht ganz so warm.

Aber mittlerweile hat Wieland die alte Küchenmaschiene, die mit dem Haus zusammen gebaut wurde, wieder in Gang bekommen. Jetzt heizen wir damit die Küche bzw. kochen darauf unser Essen.







Langsam und sehr geruhsam beginnt hier ein Alltag - zur Zeit immer wieder unterbrochen von Handwerkern oder auch Besuchern, die wir auch gerne vom Nahe gelegenen Bahnhof abholen. Ein Besuch hier ist meist eine Mischung aus Arbeitseinsatz und geselligem Beisammensein.

Demnächst erzählen wir weiter... u.a. von unseren Zwillings-Flaschen-Lämmern Wyn und Jera.

Julia und Wieland

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