Sonntag, 1. März 2015
Frisch gefällte Esche duftet nach Gurke!
jerawynhof, 13:13h

Gorgast, den 28.02.2015
Liebe Freunde, Bekannte und Neugierige,
nun sind wir hier schon ein viertel Jahr, der milde Winter ist noch nicht vorbei, aber die ersten Frühlingsboten sind schon da! Hinter unserem Hof auf dem Feld stehen morgens Kraniche und auch die ersten Graugänse kommen wieder. Heute morgen flogen mehrere Hundert über unser Grundstück. Die Schneeglöckchen stecken ihre Köpfe aus der Erde und auch die Tulpentriebe wagen einen vorsichtigen Blick an die Erdoberfläche. Es Läßt sich nicht leugnen: Wir werden irgendwann einen Frühling bekommen und die längeren Tage machen sich schon richtig bemerkbar: Hier draußen, wo außer auf dem nächsten Hof, abends auf die Entfernung nur ein Lämpchen glüht und außer Unserem sonst kein künstliches Licht ist. Dafür haben wir in klaren Nächten einen wunderbaren Sternenhimmel. Es ist einfach nur schön hier! Und so kurz war die dunkele Jahreszeit noch nie!

Morgens haben wir hier Sonnenaufgänge! Die machen einfach nur Lust aufzustehen und den Tag genießen.


Ansonsten ist hier weiter viel passiert. In Zahlen: Neben Dutzenden Eschen sind sechs gefallen, diesmal hinter der Scheune, weil sie zu dicht am Gemäuer und am Dach standen. Und zum Bäume fällen gehört ja nicht nur das Umschubsen, sondern auch das Zerteilen und Bewegen.

Tilman und Wieland und haben zwei Tage lang schwer geschuftet und jetzt haben wir immer noch eine Menge Brennholz zu machen. Fast nebenbei sind zwei neue Bartäxte entstanden.

Außerdem gab es die „neue Erkenntnis“: Frisch gefällte Esche duftet nach Gurke! Die Stämme der Fichten und Eschen liegen zum Schälen und Trocknen bereit, um in ein paar Jahren Balken und Bohlen aus ihnen schneiden zu lassen.
Jedes Mal, wenn es auf dem Hof zwischenzeitlich etwas aufgeräumter aussieht, wird etwas Neues begonnen und schon sieht der Hof wieder zugekruscht aus. So war es zum Beispiel am Dienstag, Tilman kam, er und Wieland haben geräumt und kaum hatten sie mit dem Fällen begonnen war wieder alles voll mit Ästen und Stämmen. Und Ziegel gibt es hier auf dem Hof - unendlich viele Ziegel, überall an den Außenseiten, wo einmal Gebäude standen und jetzt teilweise noch Ruinen sind, findet man Ziegel. Wenn die Oberfläche abgeräumt ist, buddelt man vorsichtig und schon findet man neue Ziegel, eine Geschichte ohne Ende. Aber Wieland hat wie immer gute Ideen, mit einigen Ziegeln bauen wir die ersten Hochbeete. Ist nur die Frage wann? Das Material ist da. Die Organisation ist hier alles!

Von den Schafen gibt es nicht viel Neues. Sie sind jetzt jeden Tag draußen, freuen sich ihres Lebens, springen und hopsen durch ihr Gehege oder auch über den Hof - wenn wir sie lassen.

Sie folgen Wieland auf Schritt und Tritt und lassen sich auch von ihm bekuscheln und streicheln. Wasser trinken die beiden - außer aus der Flasche - noch gar nicht. Die kleinere Wyn hat zumindest schon mal begriffen, wie Trinken ohne Flasche funktioniert, auch wenn man dabei eine nasse Schnute bekommt, so dass sie sich furchtbar schütteln muss. Die große Jera schaut sich das immer einen Moment mit an, wenn Wyn Milch aus der Schüssel trinkt, aber dann dreht sie sich beleidigt um und schaut stur in eine andere Richtung. Bis jetzt hat noch jedes Schaf gelernt Wasser aus dem Eimer zu trinken, wir sind da zuversichtlich. Außerdem sind Schnürsenkel auch sehr interessant, Tilmans mußten schon daran glauben, und sind an den Enden gut abgekaut.
Im Haus schlafen Wyn und Jera fast nur noch, so aufregend ist es draußen.

Aber sie haben tagsüber im Haus ihre Vertretung!

bis demnächst, mit neuen Geschichten und Bildern vom wynjera-hof
Julia und Wieland
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